„Zu Risiken und Nebenwirkungen…“, stellen Sie sich einmal vor, das würden wirklich alle machen, also nicht nur die Packungsbeilage lesen, sondern zusätzlich auch immer den Arzt oder Apotheker befragen. Ich bin sicher, in aller kürzester Zeit würden auch noch die Reste vom Gesundheitssystem kollabieren. Und was wären denn für wertvolle Informationen zu erwarten? Das Mittel absetzen? Einfach eine Alternative probieren? Kann man sich ja auch selber denken. Dennoch läuft diese „Info“ bei jedem Spott mit (und ärgert mich damit wirklich immer!). Das dürfte jedes Jahr zig Millionen von Euros verschlingen.
Mir ist natürlich klar, dass es um gesetzliche Vorgaben und juristische Spielchen geht. Aber wäre es nicht Zeit, solche überflüssigen Kostenfresser einzudämmen? Schauen wir doch mal in unsere Betriebe. Was wird denn dort alles weitgehend sinnfrei informiert und dokumentiert?
Die überflüssige Rindfleischetikettierung ist ja eh mein Lieblingsthema. Aber wir dokumentieren auch den Mindestlohn (als wenn jemand dafür überhaupt arbeiten würde), fragen unsere erwachsenen Fahrer alle 6 Monate, ob Sie noch eine Fahrerlaubnis besitzen (und dokumentieren dies natürlich). Wir füllen amtliche Statistiken zur Produktionserfassung aus, bei denen man schon an den Fragen erkennt, dass das Unterfangen sinnfrei ist, und, und, und … ich müsste wohl aus Eigenschutz aufhören, immer nach dem Sinn zu fragen – kann das aber irgendwie nicht.
Daher interessiert mich wirklich, ob es meinen Kollegen auch so geht. Schreibt doch mal im Blog, was Du im Tagesgeschäft als sinnfrei erachtest. Zum einen bin ich sehr gespannt, zum anderen ist ja geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid. Besten Dank im Voraus.

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